Startseite
  Über...
  Archiv
  Italienisch vom Campingplatz
  Gästebuch
  Abonnieren
 



  Links
   Was bisher geschah ...



http://myblog.de/bobontour2

Gratis bloggen bei
myblog.de





Pfingsten in Vieste

Heute ist ein wolkenloser, toller Pfingstsonntag! Um acht Uhr waren es schon 27 Grad im Schatten. Wir verlassen heute die Halbinsel Gargano in Richtung Bari und zum Glück geht hier an der Küste ein recht starker Wind. So lässt sich das herrlich warme Wetter prima aushalten.

Die letzten Tage haben wir auf der Halbinsel Gargano verbracht. Die ganze Insel scheint über und über aus Olivenhainen zu bestehen, überall gibt es Direktverkäufe an der Straße. Unser Campingplatz in Vieste, der nebenbei einer der besten Plätze ist, die wir bisher besucht hatten, gehört zu einer Hotelanlage direkt am Strand, mit Pool, Bar, Privatstrand und, und, und ...


An der Rezeption wird Olivenöl direkt aus Vieste verkauft und wir hatten es probiert und als ungeheuer mild und fruchtig empfunden. Anders als die Öle die wir bisher gekauft hatten. Auf meine Frage hin, ob es denn möglich sei, die auf dem Etikett abgedruckte Azienda zu besuchen und dort eventuell Olivenöl direkt kaufen zu können, schnappte sich der Empfangsmensch das Telefon und machte für uns einen Termin für zehn Uhr am nächsten Tag (gestern) aus. Na gut. So direkt hatten wir das eigentlich nicht vor, sondern es war vielmehr eine informative Frage gewesen, aber nun war der Termin schon gemacht und wir fanden uns am Samstagmorgen in bequemen Schuhen, so hatte man es uns gesagt, an der Hotelrezeption ein.

Was in den nächsten geschlagenen fünf Stunden folgte, haben wir mal wieder unter „Lebenserfahrungen“ abgelegt und uns eines geschworen: Verabrede dich nie wieder in Süditalien zu einer Tour oder einem Ausflug, ohne eine feste Rückkehrzeit abzumachen.

Wir hatten gedacht, wir fahren auf einen Hof oder eine kleine Fabrikanlage und bekommen ein wenig über die Herstellung von Olivenöl erzählt. Tatsächlich fuhren wir zunächst einmal mit dem Fiat Panda 4x4 eine halbe Stunde auf kleinen Straßen durch Olivenhaine ins Hinterland, bis wir irgendwann von der Straße abbogen und für die nächsten Stunden alles an Buckelpistentauglichkeit aus dem Auto herausholten, was möglich war. Der Besitzer der Olivenplantage erzählte uns mit Herzblut die ganze Geschichte der in der in der dritten Generation befindlichen fünf- bis sechshundert Olivenbäume und gefühlt hatten wir jeden einzelnen davon mehrfach begutachtet.


Zunächst fuhren wir mehrmals kreuz und quer über das steinige Gelände, um uns besondere Wachstums- und Schnittformen, unterschiedliche Blütenstände und Blätterfarben der Bäume anzuschauen.


Nachdem wir dann auch alte Stallungen, die Steinmauer, das alte Landhaus und die Bäume im angrenzenden Waldstück zu Fuß angeschaut hatten, es bereits zwölf Uhr war und wir beide Hunger hatte, hofften wir, dass wir uns nun langsam aber sicher zum Hof aufmachen würden, um das Öl dann auch probieren zu können.

Weit gefehlt. Die Azienda trägt den Beinamen „Aquaviva“,  da sich auf dem Gelände ein altes römisches Aquädukt samt Brunnen befindet. Wir hatten schon so eine Vermutung als er mit Eimer und Seil bewaffnet nochmals mit uns den Berg hinablief. Bisher war es recht interessant gewesen und man merkte ihm an, dass sein Herz wirklich für die Natur und die Pflege dieser Bäume schlägt, aber die darauf folgende eineinhalbstündige Wanderung zum Wasserloch und wieder zurück hätte nicht auch noch sein müssen - zumal Carsten einen heftigen Heuschnupfenanfall bekam.

Nachdem es dann kurz nach zwei Uhr war, wir auf dem weiteren Weg wiederum etliche Stopps einlegten, sagten wir ihm höflich, dass wir uns auf drei Uhr mit Leuten vom Campingplatz verabredet hätten und langsam aber sicher zurück müssten. Die Enttäuschung war ihm sichtlich anzusehen, denn er hatte noch eine Verköstigung bei sich zu Hause geplant, die wir aber dankend ablehnten. So brachte er uns dann auch auf direktem Weg wieder zurück ans Hotel, und der Empfangschef meinte nur, als er uns zurückkommen sah: „oh, das war wohl eine etwas ausgedehntere Tour …“.

Wer hätte auch gedacht, dass jemand wildfremden Touristen einfach so fünf Stunden seiner Zeit opfert. Ach ja, das Öl selbst gab es übrigens nur an der Rezeption selbst zu kaufen!

Abens waren wir dann noch ein wenig in der Altstadt von Vieste unterwegs, einem wirklich schönen Ort, in dem allerhand los ist. Jetzt am Wochenende wurde dort zum Beispiel auch ein Triathlon ausgetragen.



9.6.14 14:30
 


bisher 0 Kommentar(e)     TrackBack-URL

Name:
Email:
Website:
E-Mail bei weiteren Kommentaren
Informationen speichern (Cookie)



 Smileys einfügen



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung